Multiplayer-Games mal einfach machen – Roblox Studio

Entgegen meiner sonst eher im Bereich Heimelektronik angesiedelten Artikel geht es heute mal in einen für mich als Informatiker näheren Bereich, und zwar Spieldesign. Grundsätzlich finde ich es faszinieren, was heutzutage so alles in schon durchschnittliche Computerspiele gepackt wird. Erst recht, wenn es Mulitplayer-Games sind, also Spiele die man zusammen im Internet spielen kann.

Eine über die letzten Jahre zunehmend bekannt gewordene Plattform dafür ist Roblox. Eine gemeinsame Umgebung, für die eine Masse an einzelnen Spielen angeboten wird. Nicht immer kostenlos, aber im Vergleich zu manchen Handyspiel noch sehr entspannt unterwegs. Pandemiebedingt habe ich mich damit beschäftigen (müssen) und neben ausgeprägten eigener Daddelei auch die Entwicklungsumgebung dazu erkundet. Ich habe schon ein Paar minimale Versuche mit zwei Entwicklungsumgebungen bzw. Spieleengines (Ogre, Blender3D, Unity) hinter mir. Allen gemeinsam war eine unglaublich mächtige Umgebung und ein vergleichbar mächtiger Aufwand damit anzufangen. Auch ist man, gerade zu Beginn, erheblich auf Zulieferungen Dritter (Stichwort 3D-Modelle, Ressourcen) angewiesen, um nicht alles selbst machen zu müssen (und das kostet dann Geld). Das Thema hatte damit immer schnell wieder an Attraktivität verloren.

Das ist (für mich) diesmal mit dem Roblox Studio anders gewesen. Im Vergleich deutlich eingeschränkter, bietet es aber erheblich schnellere Erfolge und für die gängigen Spieletypen auch gute Vorlagen zur eigenen Anpassung. Nach wenigen Tagen tüfteln im Studio, der Entwicklungsdoku und manchen Forenbeiträgen ist ein funktionierender Spieleprototyp am Laufen. Tatsächlich sind einfache Spiele sehr schnell möglich und auch komplexe nicht unmöglich, wenn man sich an das Spielekonzept von Roblox orientiert. Die Modelle werden aus einfachen Basistypen gebastelt oder als 3D-Mesch importiert. Das Spiel arbeitet immer mit einem Spieleavatar und 3D-Umfeld, bietet dafür aber bereits alles notwendige wie 3D-Kamera, Steuerung, Animation, Kollisionserkennung, Physiksimulation passend zu diesem Umfeld. Das schränkt zwar etwas ein, ist aber auch ein Befreiungsschlag gegen die sonst aufkommende Komplexität. Dazu gibt es umfangreiche Beispiele an fertigen Modellen, Skripten und Bildern bzw. Texturen direkt über ein zentrales und öffentlich zugängliches Repository. An manchen Stellen der Client-Oberfläche fehlt es mir an Stringenz und Übersichtlichkeit und auch das Studio zeigt so manches kurioses Verhalten. Nichtsdestotrotz ist das System hinreichend stabil und sehr mächtig. Der Client erlaubt Zugriff über Handy, Spielekonsole oder PC. Hier muss man sich beim Spieledesign schon Gedanken machen, da die Nutzung hier schon sehr verschieden sein kann.

Konzeptbedingt ist man von der Roblox-Umgebung abhängig und auch von deren Servern. Umgekehrt kann man aber auch sofort nach der Installation des Studios und dem Anlegen eines Roblox-Accounts loslegen. Auch ist die Plattform mit sehr vielen aktiven Spielern unterwegs, was durchaus ein Kriterium für die Umgebung sein kann (je nach Zielsetzung)

Geld verdienen ist in der Theorie auch möglich, wenngleich aus meiner Sicht für relevante Summen wenig realistisch (Roblox bewirbt das insofern, als das die Top-Spiele genug abwerfen das die Entwickler davon leben können). Wer aber ein wenig Skripting-Hintergrund hat (Roblox verwendet Lua als Sprache und ist wirklich schnell erlernbar) und dazu etwas Zeit über hat, kann hier sicher gute Ergebnisse erzielen. Und mit der kostenlosen Serverumgebung kann man das Ganze dann auch schnell und einfach ohne Administrationskenntnisse und laufende Kosten online allein oder miteinander spielen. Die kommerzielle Nutzung mit Handel erfordert einen kostenpflichtigen Tarif, der aber wenig Schmerzen verursacht. Nebenbei ist der Hauptbroterwerb für Spieledesigner ohnehin ein schwieriges Thema, insofern auch die Alternativen nicht weniger problematisch. Wichtig ist auch anzumerken, das Closed-Source Produkte schwierig bis unmöglich umzusetzen sind. Man muss sich das eher wie eine professionalisierte Community-Umgebung vorstellen als eine kommerzielle Spieleplattform (die sie natürlich trotzdem ist). Grundlegendes Wissen über Urheberrecht und dessen korrekte Umsetzung ist natürlich trotzdem zwingend erforderlich, ebenso über alle anderen rechtlichen Grundlagen, die ein öffentlicher Auftritt erforderlich macht.

Ich finde das Ding jedenfalls super wie es derzeit ist und werde mit Sicherheit noch einige Stunden darin investieren, sowohl zum Entwickeln als auch zum Daddeln. Da muss dann halt die Bewässerungssteuerung für das Hochbeet weiter warten. Damit kann es wohl auch leben, ich in jedem Fall.

Boston Dynamics lässt zum Tanz antreten

Ich hatte mich ja schon mal über die Robots von Boston Dynamics berichtet. Die Jungs haben wohl auch gerade Langeweile und die letzten beiden Jahre jeweils die Robots Tanzen lassen. Anschauen und staunen was geht. Wohlgemerkt, das ist keine Animation!

Einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Projekt: Atlas, Spot und andere

Kontakt: Boston Dynamics

Link: Youtube Channel

Die perfekte Spinne – PhantomX AX

Auf der Suche nach einem Hexapod Modell bin ich (neben einigen Anderen) auf dieses Modell gestoßen. Das Teil ist zwar ein kommerzieller Bausatz, kann aber trotzdem oder gerade deshalb ganz interessant sein. Ich werde mir einen günstigeren Nachbau machen, aber faszinierend ist das Teil schon. Vor allen die Steuerung ist wirklich nett.

Projekt: PhantomX AX

Kontakt:Trossen Robotics

Link: Homepage

Faltbare Türe

Auf Youtube finden sich ja Tonnen an Videos über außergewöhnliche Konstruktionen. Eine in vielen Varianten gezeigte Konstruktion ist eine faltbare Tür, die sich wie ein Origami-Modell durch Falten und drehende Teile öffnen und schließen lässt. Das hier präsentierte Video zeigt sehr gut die Basiskonstruktion (hier in Metall ausgeführt) und die Mechanik dahinter. Wem es so nicht gefällt, der findet duzende Varianten in anderen Ausführungen. Vielleicht baue ich mir auch mal so ein Teil (dann aber in Holzkonstruktion), mal sehen.

Projekt: Make a Folding Metal Door

Kontakt: Phil Vandelay

Link: Youtube

Tischtennis extrem – The Duel Timo Boll vs KUGA

Auf Youtube findet sich auf dem offiziellen Kanal der International Table Tennis Federation ein Duell zwischen Timo Boll (deutscher Tischtennisprofi) und einem KUGA Industrieroboter. Keine Ahnung wieviel davon gestellt ist, aber sehr schön gemacht und nett anzusehen. Beeindruckend ist jedenfalls die Geschwindigkeit des Robots, die (eigentlich) mit den Video demonstriert wird.

Projekt: The Duel Timo Boll vs KUKA Robot

Kontakt: Official ITTF Channel

Link: Youtube

Maker und Hersteller vs. Corona – die Szene und Firmen helfen

Heute geht es um viele Beispiele von Leuten und Firmen, die sich, ihr Fachwissen und ihr Equipment einbringen, um Engpässe in der Versorgung aus der aktuellen Kriese zu begegnen und zu unterstützen. Ich empfinde es als ein durchaus kreatives, richtiges und wertvolles Vorgehen hier brachliegende Kapazitäten einzubringen und zu helfen.

Völlig egal, ob sich im Nachhinhein in der Beurteilung kritische Details finden lassen und einzelne Aspekte der Aktionen durchaus rechtliche Fragestellungen nach sich ziehen werden. Moralisch ist der Weg richtig. Und bis es bessere Lösungen gibt, sollte dies auch gebührende Unterstützung sowie entsprechende Hochachtung erfahren.

Die nachfolgenden Links sind nur Auszüge und sicher nicht komplett. Mit etwas Suche finden sich aber viele weitere Beispiele im Netz. Auch wenn es nicht immer nur aus reiner Nächstenliebe geschieht, ist aus meiner Sicht jede Hilfe richtig und wichtig.

 

MakerVsVirus – Koordinationsseite für Unterstützer und Bedarfsmeldungen von Ausrüstung:
Wir Helfen den Helfern!
Twitter: #makervsvirus

Artikel der Zeit über einen solchen Unterstützer:
Nerds gegen die Not

Der #WirVsVirus Hackathon – eine Initiative der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Kriese über einen digitalen Beteiligungsprozess:
Der #WirVsVirus Hackathon

Hier eine Projektseite eines DIY-Beatmungsgerätes, entstanden aus dem #WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung:
Willkommen beim Projekt DIY-Beatmungsgerät

Webseite des Magazins 3DDruck.com über Aktivitäten gegen Corona mit Fokus 3D-Druck:
Coronavirus und 3D-Druck

Ein Artikel in der FAZ mit Anleitung zum Selbernähen eines Mundschutzes (exemplarisch für viele andere vergleichbare):
Anleitung für einen selbstgenähten Mundschutz

Hier ein Artikel zu einer Aktion für einen DIY-Gesichtsschutz:
Do-It-Yourself Gesichtsschutz „FaceShield“

Ein Projekt aus Portugal zur Herstellung von einfach zu fertigenden Medizingeräten:
Project Open Air

Ein Artikel im “Der Tagesspiegel” zu verschiedenen Aktivitäten:
Wenn die Taucherbrille zur Atemmaske wird

Hier nun eine Serie von Artikeln des 3D-Grenzenlos-Magazin über Aktivitäten diverser Firmen im Themenfeld Corona und 3D-Druck:
Inali und 3DEXPERIENCE Lab entwickeln ein mit 3D-Druck hergestelltes, intelligentes und günstiges Beatmungsgerät zur Behandlung von COVID-19-Patienten

Arzt aus Hildesheim und SLS 3D entwickeln Adapterlösung für das Anbringen von medizinisch zugelassenen FFP3 Filterlösungen an Atemschutzmasken

Fitz Frames stellt mit „Fitz Protect“ 3D-gedruckte Schutzbrille mit Sehstärke gegen COVID-19 vor

3D-gedruckter Vent Multiplexor ermöglicht Beatmung von zwei Patienten mit einem Beatmungsgerät

#StopTheDrop-Initiative entwickelt mit „MAF1“ eine Kunststoffmaske mit Kaffeefilter aus dem 3D-Drucker, zum Schutz der Verbreitung von COVID-19 vor

Kenia stellt Gesichtsschutzschilde aus dem 3D-Drucker auf Vorrat her, in Prävention auf eine bevorstehende Coronavirus-Welle

 

Es zeigt sich das es viele kluge und kreative Köpfe da draußen gibt, die Probleme einfach angehen und, soweit möglich, auch Lösungen anbieten. Keiner kann zaubern, manches ist wirklich kurios, aber immer sieht man den guten Willen und Hingabe zur Aufgabe.

Ich wünsche uns allen, das diese kreative Kraft auch nach dieser Pandemie weiter geführt wird und zu Verbesserungen im Kleinen wie im Großen führt.
Manchmal überrascht mich diese Welt auch mal positiv!

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